Das ist immer eine Frage der Begleitumstände.
In keinem anderen Land gibt es so viele KMUs wie in Deutschland. Fakt ist jedoch, dass alle „Großen“ aus Familienbetrieben entstanden sind. Diejenigen „Großen“, die es heute noch in Deutschland gibt, haben nur die Stürme der Zeit überlebt, weil sie sich immer wieder neu erfunden haben, aber ihrem Motto treu geblieben sind. Sie sind teilweise Kooperationen eingegangen, die zu ihnen gepasst haben.
Corona ist an niemandem spurlos vorübergegangen. Erfolgreich blieb nur der, der nach gangbaren, nachhaltigen Auswegen gesucht hat. Meistens waren es aber die Wege der Vergangenheit, wie zum Beispiel produzieren im Inland, verkaufen ins Ausland, die das Überleben gesichert haben. Heutzutage bieten Internet und Digitalisierung, vor allem in Corona Zeiten, die einzige Möglichkeit, auch als KMU diesen Sturm zu überleben. Die Kommunikation ist über tausende von Meilen möglich, ohne Flug und unnötige Kosten. Die Ware kann online bestellt und bezahlt werden. Ein kleiner Möbeltischler hatte zwei Söhne, der eine Tischler, der andere Architekt. Sie haben nie einen Kredit aufgenommen, um unabhängig zu bleiben. Der Vater hatte seinen Söhnen geraten, in eine Bank nur zum Zweck der Möbeltischlerei zu gehen (Ausstattung). Es wurde immer direkt bezahlt und regional gearbeitet. Der Architekt hatte Kunden auf der ganzen Welt, die gerne Flugzeuge oder Schiffe mit exklusivem Holz ausgestattet haben wollten. So kamen Aufträge auch aus Übersee in das kleine, aber feine KMU. Heute zählt es zu den erfolgreichsten Betrieben und hat Kunden auf der ganzen Welt, trotz Corona.
Das Beste, das Kleine von Großen lernen können ist, aus deren Fehlern zu lernen. Es ist besser, sich langsam, dafür aber stetig zu entwickeln und sich dabei einen Polster als Sicherheitsnetz zuzulegen. Geld ausgeben ist leicht, es zu bekommen, jedoch schwer. Nur ein einziges Geschäftsfeld zu haben, ist genauso riskant, wie fünf gleichzeitig und keines davon läuft wirklich gut.